Die Nikolauskirche

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Die Nikolauskirche

Die Nikolauskirche

Die heutige Kirche steht wahrscheinlich auf der Stelle eines Gotteshauses, das dort im 12. oder gar 11. Jahrhundert gestanden haben muß. Die Pfarrei ist jedenfalls bereits im Jahr 1119 urkundlich erwähnt. Der älteste Teil der gegenwärtigen Kirche ist der Ostchor. Er stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Querschiff und der östl. Teil des Langhauses kamen im 14. oder 15. Jahrhundert hinzu, wohl auf alten Fundamenten erbaut. Der Turm stammt aus dem Jahre 1491; damals wurde auch das Schiff nach Westen verlängert, die Westempore und das gotische Treppentürmchen hinzugetan. Mitte des 16. Jahrhunderts wird von Reno- vierungsarbeiten berichtet, 1613 das heutige Chorgewölbe eingezogen, 1698 das Friedhofsportal errichtet. In das frühe 17. Jahrhundert fällt die Anlage der Pfinzinggruft außen zwischen Turm und Chor. 1730 wird die flache Holzdecke durch ein Gewölbe ersetzt; es kommt die 2. Empore hinzu, die der Hersbrucker Maler Christoph Reich mit 14 Szenen aus dem Neuen Testament schmückt. 1760 schließlich wird die reichverzierte Rokoko- Stuckdecke eingezogen. Aus der gleichen Zeit stammen viele Wappendarstellungen, die in der Kirche zu sehen sind. Die Kirche weist mehrere wertvolle Glasgemälde auf, darunter eine Darstellung des hl. Erzengels Michael von 1230/40 (wahrscheinlich eine Nürnberger Arbeit) und eine Darstellung des Kirchenpatrons St. Nikolaus von 1250/60 (wahrscheinlich aus Würzburg stammend), die heute in der Sakristei zu sehen sind und zu den ältesten Glasmalereien in ganz Mittelfranken gehören. Ferner sind in der Kirche Glasmalereien aus der Dürerzeit (wahrscheinlich aus Nürnberg), die den Judaskuß, die Austreibung der Wechsler, die Vorführung, das Verhör, die Geißelung, die Kreuzanheftung Christi und den Einzug Christi in Jerusalem darstellen. Zur reichen Ausstattung der Kirche gehören noch ein Kreuzigungsbild aus der Zeit um 1700, die reich geschmückte Kanzel (Mitte 18. Jahrhundert), der achteckige Taufstein aus der gleichen Zeit mit dem aus dem Jahre 1675 stammenden Holzdeckel, der Altarkruzifix aus Elfenbein auf Ebenholzsockel (1675) und ein Altarbehang aus dem Jahre 1607, der unter Verwendung spätgotischer Priestergewänder angefertigt wurde. Beachtung verdienen auch eine Reihe von Totenschilden aus dem 17. und 18. Jahrhundert, sowie der Marmorgrabstein der Familie Pfinzing, denen das Dorf 234 Jahre lang gehörte (1530 - 1764). Der Stein deckte ursprünglich die Familiengruft vor dem Altar, ist aber bei der letzen Renovierung in die Wand neben der Tür zur Sakristei eingelassen worden.

Anmerkungen zum hl. Nikolaus:

Nikolaus war ein Bischof in Myra an der Südküste Kleinasiens (heutige Türkei). Er erlebte noch die letzte große frühchristliche Verfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian um 300. Er wurde auch ins Gefängnis geworfen und mancherlei Folterungen ausgesetzt, blieb aber seinem Glauben treu. Nach seiner Freilassung unter der Herrschaft Konstantins d. Großen erhielt er daher auch den Ehrentitel "Bekenner" wie manche andere Christen, die in der Verfolgung standhaft und am Leben geblieben waren. Später hat er im Konzil von Nicäa (325) mit den anderen rechtgläubigen Bischöfen die arianische Irrlehre verurteilt. Er starb nach der Überlieferung am 6. Dezember 352. Eine Darstellung des Heiligen wurde als Konfirmandenstiftung des Jahrgangs 1978 auf Veranlassung des damaligen Pfarrers von Henfenfeld, Edgar Ackermann, angefertigt und der Kirche aufgestellt. Sie zeigt den Heiligen mit seinen Attributen, drei Kugeln auf einem Buch, im bischöflichen Ornat gegenüber der Kanzel. Nikolaus war im Mittelalter ein sehr populärer Heiliger. Vornehmlich hat man ihm Kirchen am Wegesrand geweiht, weil man sich an ihn auch unterwegs auf Reisen wenden wollte. Die Kirche in Henfenfeld an der Straße am Ausgang des Hammerbachtals ist ein ganz typisches Beispiel dafür. Auch heute noch ist St. Nikolaus weit bekannt als Kinderfreund, sein Patrozinium am 6. Dezember ein beliebter Tag in der Vorweihnachtszeit. In angelsächsischen Ländern nimmt er die Stelle von Knecht Ruprecht ein als "Santa Claus".

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