Henfenfeld

Vom Riesenhit bis zum nachdenklichen Lied

Opernakademie Henfenfeld gab Hommage an Udo Jürgens

Hersbrucker Zeitung am 23.12.2019

Genau zum 5. Todestag von Udo Jürgens widmete die Opernakademie auf Schloss Henfenfeld diesem ein Konzert. Das Programm war ein Auszug seines vielseitigen Schaffens, vom Schlager bis zu Liedern mit sozialkritischen Texten. Jürgens komponierte während seiner 60-jährigen Karriere rund 1000 Lieder, darunter auch Weihnachtslieder und Musicals.

Zum Konzert im vollbesetzten Roten Saal hatte sich überwiegend Publikum im „gesetzteren Alter“ eingefunden. Denette Whitter stellte fest, dass der Österreicher Jürgens mehr Lieder schrieb, als manch klassischer Komponist.

Passend zum Auftakt sangen alle Interpreten „Was wichtig ist“ und „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ als fulminanter Chor, in dem auch Sandra Glatzel und Andrea Spolaritsch mitsangen. „Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient“ stellte die Schweizerin Karin Friedli fest. Drastisch setzte Dieter Doetsch „Gefeuert“ in Szene, ein Lied von Arbeitslosigkeit, das stets brandaktuell ist. „Mit 66 Jahren“ ist mittlerweile ein Evergreen. Thomas Elble stellte diesen mit viel Einsatz vor, das Publikum stimmte begeistert ein – O yeah!

Passend war „Still, still, still“ ein besinnliches Weihnachtslied, von Johanna Zimmermann vorgetragen.

Erinnerungen an vergangene Zeiten weckte auch Sonja Schreiber, als sie von den „Eisblumen“ sang, die man heutzutage fast nicht mehr findet. Natürlich durfte „Ich war noch niemals in New York“ nicht fehlen, Sophia Hunger zeigte dabei spritzigen Gesang, der das Publikum mitriss.

Beim „Thema in Blau“ war bei Denette Whitters Klavierspiel hörbar, welche Komplexität Udo Jürgens in seinen Kompositionen einbrachte, dass sie durchaus mit Klassikern ebenbürtig sind.

Eine Karikatur auf die Spießbürgerlichkeit war „Ein ehrenwertes Haus“, Dieter Doetsch und Karin Friedli begeisterten das Publikum mit dem Brief und der Feststellung „Wir müssen raus!“

Im Jahre 1965 sang Jürgens „17 Jahr, blondes Haar“ und landete damit einen Riesenhit, der bis heute populär ist. Als Dieter Doetsch das Lied sang, wippten die Beine beim Publikum. Thomas Elble sang die Hommage an den Bruder Manfred Bockelmann, mit dem Lied „Mein Bruder ist Maler“. Alle Interpreten rockten bei „Aber bitte mit Sahne“. Mit einem etwas veränderten Text begeisterten sie das Publikum.

Über „Griechischen Wein“ und „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ folgte ein Hit dem anderen. Ein Höhepunkt war dabei das nachgesungene legendäre Duett von Jürgens mit seiner Tochter Jenny, das „Liebe ohne Leiden“ Dieter Doetsch sang „Mercie, Cherie“, das Motto des Konzertes war das Siegerlied beim Grand Prix Eurovision de la Chanson von 1966. Mit moderneren Weihnachtsliedern, deren Texte zum Nachdenken anregten, fand ein wunderbares Konzert sein Ende. Mit Bravo-Rufen aus dem Publikum wurden die Künstler verabschiedet.

Johann Dechant

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