Henfenfeld

Ein sehr gelungenes Comeback

Auf Schloss Henfenfeld: Erstes Konzert nach Corona

Hersbrucker Zeitung am 24.06.2020

Endlich! Die Coronabedingte musikalische Vakanz auf Schloss Henfenfeld ist vorbei. Für das erste Konzert im Schlossinnenhof steuerte Petrus das perfekte Wetter bei.

Bedingt durch den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand waren die Plätze im Hof schon lange vor dem Konzert besetzt. Denette Whitter bezeichnete die vergangene Zeit mit „Berufsverbot“ als katastrophal, dankte aber auch für die erhaltene Unterstützung. Für die erste Veranstaltung nach Corona hatte sie tief in ihr Archiv gegriffen. Zu den Klavierstücken gab es ergänzend Auftritte der Koloratursopranistin Nataliia Ulasevych.

Mit den „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Johann Strauss eröffnete Whitter den musikalischen Reigen. Sie schaffte es dabei mühelos, alle feinen Nuancen darzustellen, für die sonst ein ganzes Orchester notwendig ist.

Bei einer „Operettenreise“ von Carl Robrecht arrangiert, freute sich das Publikum über „Ohrwürmer“ von Carl Zeller, Johann Strauss, Carl Millöcker und Carl Ziehrer.

Zu einem unerwarteten Duett kam es, als Nataliia Ulasevych „Ich sing mein Lied im Regen und Schnee“ von Emmerich Kálmán anstimmte. Eine Amsel zwitscherte lautstark dazu und sorgte so für Heiterkeit beim Publikum. Der strahlende Sopran der ukrainischen Sängerin brachte schließlich den Vogel zum Resignieren.

Mit Klängen vom „Weißen Rössl“ am Wolfgangsee begeisterte Denette Whitter die Zuhörer. In das Medley mogelte sich auch der alte Schlager „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n.“

Hohe Sangeskunst zeigte Nataliia Ulasevych beim „Parla-Walzer“ als sie mühelos ein dreigestrichenes Fis sang. Dieser Ton liegt höher, als die höchste Note bei der bekannten „Königin der Nacht“.

Gediegen spielte Whitter Lehárs Walzer „Gold und Silber“ dem folgte der Evergreen „Glühwürmchen, Glühwürmchen glimmre, schimmre“ von Paul Lincke.

Die „Nachtigall“ besang Ulasevych, wobei ihr Gesang wiederum in höchste Höhen stieg. Mit einem Querschnitt aus „Die lustige Witwe“ schloss der musikalische Nachmittag. Nach tosendem Beifall und einer Zugabe aus „My fair Lady“ äußerte Whitter als Schlusswort: „Mir geht’s jetzt besser!“

Johann Dechant

Foto: J. Dechant

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