Henfenfeld

Tag des offenen Denkmals – Schloss Henfenfeld

Tief unten in der ehemaligen Burg

Hersbrucker Zeitung am 14.09.2021

Auf sehr großes Interesse stieß der „Tag des offenen Denkmals“ auch in Henfenfeld. Schlossherrin Denette Whitter gewährte bei zwei Besichtigungen Einblicke in das Schloss, die sonst nicht möglich sind. Mittlerweile gibt es einen Raum, der von alten „Bausünden“ freigelegt worden ist.

Es war schon fast an eine Sisyphusarbeit, die tief unten im Henfenfelder Schloss stattgefunden hat. Auf der Ostseite des Schlosses, unterhalb der Pfinzingstube entstand ein Schmuckstück der besonderen Art.

Mark Wörle, ein „fahrender Geselle“, ist Steinmetz, der den Rolandschachtbrüdern angehört. Fünf Monate lang war er im „Untergeschoss“ des Schlosses beschäftigt, um „Bausünden“ zu beseitigen. Hier besteht noch der älteste Teil der ehemaligen Burg, ein rund 30 Quadratmeter großer Raum. Frühere Eigentümer hatten das Steingewölbe unsachgemäß mit Putz und Zement „ausgebessert“. Der Steinmetz, der aus der Gegend von Heilbronn stammt, stellte nun den Originalzustand wieder her, es wurde zu einem richtigen Hingucker. Schlossherrin Denette Whitter wird diesen Raum künftig als Weinkeller nutzen, da er dafür optimal ist. Egal ob Sommer oder Winter beträgt die Temperatur konstant neun Grad. Bei den Arbeiten wurde festgestellt, dass dieser Raum im 12. Jahrhundert entstanden sein muss. Im Tonnengewölbe wurde Kalkstein verbaut, damit dürfte dies der älteste Teil des Schlosses sein, die bereits zu Burgzeiten gebaut wurde. Die Markgrafenkriege überstand der Raum unzerstört und blieb auch erhalten, als Schloss von den Pfinzings wieder hergestellt wurde.

Auf dem Bild: Steinmetz Mark Wörle und Schlossherrin Denette Whitter.

Foto: J. Dechant

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