Henfenfeld

Ottensoos erwägt Beitritt zum Wasserzweckverband Hammerbachtal

Wasserzweckverband Hammerbachtal: Willkommene Fusion stärkt die Kommunen

Hersbrucker Zeitung am 13.12.2021

HENFENFELD – Der Wasserzweckverband Hammerbachtal wird möglicherweise noch größer. Bislang reicht er schon von Henfenfeld bis Altdorf und in die Oberpfalz, nun besteht auch seitens der Gemeinde Ottensoos Interesse, dem Verband beizutreten. Bei der Verbandssitzung war auch das Problem Brunnen Frankenalb wieder ein Thema.

In der Henfenfelder Schulsporthalle begrüßte Bürgermeister Markus Gleißenberg, zugleich Verbandsvorsitzender des Wasserzweckverbandes die Verbandsräte, unter ihnen auch die Bürgermeister der beteiligten Kommunen.

Kämmerin Elke Thiel legte den Haushalt des Verbandes für das Jahr 2022 vor. 888241 Euro beträgt dieser insgesamt, 685646 Euro fallen auf den Verwaltungshaushalt und 202595 Euro auf den Vermögenshaushalt. Damit ist er geringfügig höher als der Ansatz des Vorjahres.

Im Verwaltungshaushalt ist das Entgelt für die Wasserlieferungen mit 450000 Euro die größte Einnahmequelle. Auf der Ausgabenseite stehen neben den Entgelten für die Beschäftigten auch die Unterhaltung der Anlagen und die Energiekosten im Vordergrund. Dem Vermögenshaushalt werden 49133 Euro zugeführt. In diesem ist, wegen verschiedener Baumaßnahmen und Anschaffungen, eine Entnahme aus den Rücklagen erforderlich. Die Verbandsräte verabschiedeten den Haushalt einstimmig.

Steuerberater Erich Franz erörterte bei der Jahresrechnung 2020 den komplizierten Abschluss. Dieser ergab sich aus den unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen, die wegen der Corona-Pandemie bestanden hatten. Letztlich ergab sich 2020 ein Verlust von rund 100000 Euro, bedingt durch Abschreibungen. Franz wies auf künftig steigende Kosten hin, weil Teile der Anlagen schon 50 Jahre alt sind und damit immer mehr Sanierungsaufwand erforderlich wird.

Ein Dauerthema ist auch der Brunnen „Frankenalb“, zu dem der Geologe Dr. Johannes Holbig von der Firma CDM Smith einen Sachstandsbericht vorlegte. Der Brunnen, der ein „Geschenk“ vom Bezirk Mittelfranken in den 70er Jahren an den Wasserzweckverband war, ist durch sein Vorhandensein immer noch ein Damoklesschwert. Holbig erklärte, dass nun eine Untersuchung durchgeführt werden soll, bei der geprüft wird, ob es zu einer Kontaminierung des Grundwassers kommen kann. „Altes“ Wasser im Brunnen und junges Oberflächenwasser dürfen sich auf keinen Fall vermengen. Die sicherste Maßnahme ist eine Versiegelung des Brunnens.

Aktuell wird geprüft, ob ein Rückbau des Brunnens erforderlich ist. Dies würde aber enorm hohe Kosten, im hohen sechststelligen Bereich mit sich bringen.

Der Verbandsvorsitzende Gleißenberg hofft auf eine positive Nachricht, dass aufgrund dieser Untersuchung ein Rückbau nicht notwendig wird und für längere Zeit Ruhe einkehren kann.

Bisher ist die Gemeinde Ottensoos nur als „Wassergast“ beim Wasserzweckverband Hammerbachtal in Erscheinung getreten. Dies könnte sich nun dahin ändern, dass die Nachbargemeinde dem Verband beitritt. Bürgermeister Klaus Falk aus Ottensoos wies auf die bestehende Leitung vom Henfenfelder Brunnen hin, mit der seine Gemeinde mit dem Bräunleinsberg und Rüblanden problemlos versorgt werden kann. Ein Grund, so Falk, sei die Tatsache, dass der Ottensooser Brunnen mittelfristig saniert werden muss. Die Kosten sind paradoxerweise dafür gleich hoch wie eine Stilllegung.

Da die Gemeinde schon seit mehreren Jahren kein Personal für die Wasserversorgung vorhält , hat der Wasserzweckverband Henfenfeld die Betriebsführung bereits übernommen. Der Gemeinderat hat sich schon mehrfach beraten und die Möglichkeiten überprüft. Hintergrund ist auch, dass seitens der Behörden eine Fusion als willkommen gesehen wäre. Falk meinte, dass es besser ist, wenn sich die Gemeinden hier „breit aufstellen“ und somit mehr Einfluss haben. Er warnte vor privaten Wasserversorgern, die anderswo immer mehr auftreten und den Markt beherrschen würden.

Gleißenberg wies ausdrücklich darauf hin, dass seitens des Wasserzweckverbandes der Ottensooser Brunnen, sollte es nicht zwingend notwendig sein, nicht übernommen wird, damit kein zweiter Fall „Brunnen Frankenalb“ entstünde. Beide Bürgermeister waren sich einig, dass der komplexe Zusammenschluss so gestaltet werden muss, damit nicht der Eindruck entstehe, dass jemand „über den Tisch gezogen werde“. Anfang 2022 wird es daher eine Zusammenkunft zwischen dem Gemeinderat Ottensoos und dem Wasserzweckverband geben.

In diesem Zusammenhang wies der Engelthaler Bürgermeister Günther Rögner auf die Sonderstellung von Sendelbach hin, die, zu Engelthal gehörend, bisher mit Wasser aus Ottensoos versorgt wird. Bisher gehört der Gemeindeteil somit nicht zum Wasserzweckverbandsgebiet.

Als letzter Punkt stand die Neuanschaffung eines Fahrzeuges für die Mitarbeiter der Anlage an. Der VW-Caddy ist mittlerweile zehn Jahre alt und sehr störungsanfällig. Die Ausschreibung ergab, dass ein Fahrzeug für 29000 € angeschafft wird. Auch hier stimmten alle Verbandsräte dafür.

Zum Schluss dankte Markus Gleißenberg den Mitarbeitern des Wasserzweckverbandes für ihr großes Engagement. Besondern Dank sprach er auch dem Steuerberater Erich Franz aus, der schon seit mehr als 40 Jahre für den Verband arbeitet, und an die beiden Mitarbeiterinnen von der Verwaltungsgemeinschaft Henfenfeld.

Johann Dechant

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