Henfenfeld

Schulareal und Umgebung werden Emissionsgrenzwerte erheblich unterschreiten

Sitzung des Gemeinderates: Nahwärmenetz- ein Schritt in Richtung sauberer Energie

Hersbrucker Zeitung am 01.06.2022

HENFENFELD – Die Heizanlage im Henfenfelder Schulhaus ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Als Ersatz soll eine Hackschnitzelheizung installiert werden. Diese soll nicht nur der Schule und dem Bauhof dienen, sondern wird als Nahwärmenetz ausgelegt, bei dem auch viele Privathäuser angeschlossen werden.

Zur Sitzung des Henfenfelder Gemeinderates begrüßte Bürgermeister Markus Gleißenberg Helmut Wendler von der Firma CTWe. Eine Besonderheit gab es zudem: Erstmals fand seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder eine Sitzung im Feuerwehrhaus statt, für die 2020 neu gewählten Gemeinderäte war es somit die erste im regulären Domizil.

Helmut Wendler von der Henfenfelder Firma CTWe erklärte das Projekt. Seit bereits zwei Jahren laufen die Planungen, zu Verzögerungen kam es durch den Umstand, dass immer mehr Anwohner sich am Nahwärmenetz beteiligen wollten. Mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden bereits Abstimmungen zur Förderung der Leitungsabschnitte getroffen. Für die zehn Anschlussnehmer sollen 578 Meter Leitungsnetz entstehen, davon 416 Meter als Haupttrasse und 162 Meter für Hausanschlüsse. Dabei kommen Duorohre für Vor- und Rücklauf zum Einsatz. Bei jedem Anschlussnehmer wird zudem ein Pufferspeicher eingebaut, um die  Wärmeverluste im Netz auf ein Minimum zu reduzieren.

Wendler stellte ausführlich die Details der Anlage vor: Neben der Schule soll ein Hackschnitzelbunker entstehen, der im Winter wöchentlich und im Sommer etwa einmal im Monat befüllt wird. Als Bedarf sind jährlich rund 155 Tonnen Hackschnitzel erforderlich. Feinstaubfilter sorgen dafür, dass bei die Emissionswerte auf 20 Prozent des gesetzlich zulässigen Emissionsgrenzwerte begrenzt werden. Der Feinstaub und die Asche können problemlos über den Hausmüll entsorgt werden.

Anschließend stellte Wendler den finanziellen Aufwand für die Hauptgewerke vor. Netto soll der Heizungsumbau und der Hackschnitzelbunker rund 362000 Euro kosten, das Wärmenetz 149000 Euro und die Hausanschlüsse 129000 Euro. Bei den jährlichen Betriebskosten stehen Ausgaben von 40000 Euro Einnahmen aus dem Wärmeverkauf von 42000 Euro gegenüber. Mit dem Differenzbetrag von 2000 Euro sollen Rücklagen für die Instandhaltung gebildet werden. Bei der BAFA wurde bereits ein Förderantrag gestellt, die Zusage wird in Kürze erwartet.

Wendler stellte auch den Finanzierungsplan vor, der sich aus erwarteten Fördermitteln, langfristigen Bankdarlehen, aber auch aus privaten Darlehen zusammensetzt. Gleichzeitig können die Anschlussnehmer für ihren  Hausanschluss und die energetische Optimierung ihrer Heizung BEG Förderprogramme in Anspruch nehmen.

Auch der Terminplan steht bereits fest: Im Juni beginnen die Erdarbeiten hinter der Schule. In den Sommerferien sollen die Grabungen und Leitungsverlegungen stattfinden, damit will man Beeinträchtigungen des Schulbetriebes und der Schülertransporte vermeiden.

Zum Schluss stellte Wendler die Heizungskosten vor: Derzeit kostet Gas 9,4 Cent je Kilowattstunde, der reine Wärmepreis für die Hackschnitzelheizung liegt derzeit 3,6 Cent je Kilowattstunde, was eine Ersparnis von 55 Prozent bedeutet.

Angesichts der explodierenden Baukosten sprach Bürgermeister Markus Gleißenberg die Baukosten an, ob hier Steigerungen eingeplant wären. Wendler erklärte, dass alles abgeklärt sei und somit keine Überraschungen zu erwarten sind.

Aus dem Gremium wurde nachgefragt, wo das Holz für die Hackschnitzel herkommt. Wendler sagte hierzu, dass dieses regional aus direkter Nähe kommen wird.

Zwei Bekanntgaben hatte abschließend noch der Bürgermeister: Erfreulich war die Nachricht vom Landratsamt, die den vorgelegten Haushalt genehmigt hat und sich sehr zufrieden darüber äußerte.

Die schlechte Nachricht betraf die Sanierung der Stützmauer in der Hauptstraße. Diese Dorferneuerungsmaßnahme sollte rund 168000 Euro kosten, das jetzt abgegebene günstigste Angebot beträgt 378000 Euro, mehr als das Doppelte. Daraufhin hat das Amt für ländliche Entwicklung das Angebot ausgesetzt. Als Folge wird es hier erhebliche Verzögerungen bei der Sanierung geben.

Johann Dechant

Bild: 378000 Euro für 100 Meter Mauererneuerung, das ist viel zu teuer, daher wird das Projekt zurückgestellt.

Foto: J. Dechant

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