Henfenfeld

Vielseitiges Programm mit internationaler Besetzung

Bezaubernder Gesang im Schlosshof

Hersbrucker Zeitung am 03.08.2022

Coronabedingt um eine Woche verschoben fand im Henfenfelder Schloss ein weiteres Konzert aus der Reihe „Vorhang auf“ statt. Die Leiterin der Opernakademie, Denette Whitter hatte ein vielseitiges Programm zusammengestellt, das vom Publikum begeistert angenommen wurde.

Als fulminanten Auftakt präsentierten alle Akteure das Trinklied „Libiamo“ aus Verdis „La Traviata“ und begeisterten sogleich die zahlreichen Gäste.

Ihr Debüt gab die türkische Koloratursopranistin Doğa Bilici auf Schloss Henfenfeld in der Rolle der Violetta, als sie mit Michael Dimovski als Alfredo das Duett „Un di felice“ sang.

In die Rolle der Dorabella schlüpfte die australische Mezzosopranistin Esther Gresswell. Sie beeindruckte das Publikum mit „Smanie implacabile“ aus Mozarts „Così fan tutte“.

Ursprünglich hätte der südkoreanische Bassbariton Sinwoo Kim an diesem Tag den Komtur aus „Don Giovanni“ singen sollen, doch dieses Konzert wurde verschoben. Stattdessen schlüpfte er in die Rolle des Leporello und listete bei „Madamina, il cataloge è questo“ die Liebschaften seines Herren auf. Mit seinem kraftvollen Gesang und vorzüglichem Schauspiel begeisterte er das Publikum und erntete Bravo-Rufe.

Der australische Tenor Michael Dimovski zeigte viel Gefühl bei „Una furtiva lagrima“ aus Donizettis „L’elisir d’amor“. Als verzweifelter Nemorino präsentierte er sich mit viel Ausdruck.

Die japanische Sopranistin Saki Tsuji ist „Stammgast“ in Henfenfeld. Dieses Mal begeisterte sie das Publikum mit Nanettas Arie „Sul fil d’un soffio etesio“ aus Verdis „Falstaff“.

Doğa Bilici wird man künftig häufiger im Schloss sehen, denn sie absolviert dort ein Praktikum. Als Sängerin zeigte sie ihre Kunst mit der Arie der Musetta „Quando m’en vo“ aus Puccinis „La Bohème“. Für ihre virtuose Aufführung erntete sie tosenden Beifall.

Stimmgewaltig zeigte sich der australische Bariton James Young, als er in rasantem Tempo den Figaro aus dem Barbier von Sevilla mimte. Aus der gleichen Rossini-Oper sangen danach die südafrikanische Mezzosopranistin Liang Yu und Sinwoo Kim das Duett „Dunque io son“.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das berühmte Blumen-Duett aus Delibes „Lakmé“. Hier vereinten sich die Stimmen Doğa Bilici und Esther Gresswell in wunderschöner Harmonie.

Einen rasanten Auftritt hatte der Kölner Tenor Dieter Doetsch, als er aus Édouard Lalos einziger Oper „Le roi d’Ys“ das „Vainement, ma bien-ameé“ darbot. Anschließend machte er einen Ausflug nach New York und präsentierte amerikanische Klänge bei Kurt Weills „Lonely House“.

Stimmgewaltig zeigte sich der japanische Tenor Hibiki Tsuji bei Donizettis „Allegro io sono“ aus dem Einakter „Rita“. Er setzte dabei mit einem markanten zweigestrichenen „e“ einen fulminanten Schlusston.

Zum Abschluss gab es einen Vorgeschmack auf das bevorstehende Konzert „Der Graf von Luxemburg“ von Franz Léhar. Saki und Hibiki Tsuji zeigten bei „Wir bummeln durchs Leben“ neben prachtvollem Gesang auch vorzügliches Schauspiel.

Mit tosendem Beifall und Sonnenblumen wurden die Künstler verabschiedet.

Johann Dechant

Sinwoo Kim und Liang Yu sangen ein Duett aus dem Barbier von Sevilla.
Die türkische Koloratursopranistin Doğa Bilici gab ihr Debüt im Schloss.
Zum Auftakt präsentierten alle Akteure „Libiamo“ aus „La Traviata“.
Mit dem Blumen-Duett aus Lakmé begeisterten Doğa Bilici und Esther Gresswell.

Foto: J. Dechant

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