Henfenfeld

Besonderes Klavierkonzert auf Schloss Henfenfeld

Zwei Pianistinnen, vier Hände, 88 Tasten

Hersbrucker Zeitung am 01.11.2022

Henfenfeld – Klaviermusik vom Feinsten gab es am Sonntagabend auf Schloss Henfenfeld. Die Pianistinnen Anna Balint und Denette Whitter spielten bei einem beschwingten Konzert vierhändig Klavier. Leider war die Vorstellung nur spärlich besucht.

Zum Auftakt gab es eine „Aufforderung zum Tanz“, ein Rondo von Carl Maria von Weber. Darin wird musikalisch eine ganze Geschichte erzählt, von der Aufforderung bis zum Ende des Tanzes. Anna Balint hatte den Part „unten“ am Flügel, Denette Whitter spielte „oben“. Beschwingte Klänge wechselten zu erhabenem Spiel bis zu einem sanften Ausklang.

Früher war es üblich, dass die Tochter des Hauses Klavier spielte, jeder namhafte Komponist schrieb dafür Stücke und verdiente daran. So auch Alexander Borodin der in St. Petersburg lebte. Spritzig zeigte sich die Hélène-Polka die für vierhändiges Spiel geschrieben wurde.

Bestens bekannt ist die Arie „Habanera“ aus Bizets Carmen. Die Klavierversion war an diesem Abend ein Höhepunkt, eine Meisterleistung an Harmonie.

Die „Slawischen Tänze“ op. 46 von Antonín Dvořák waren in der Originalversion für vierhändiges Klavierspiel komponiert. Daraus wurden den Zuhörern drei Sätze angeboten, die sich durch Vielseitigkeit auszeichneten, die Finger flogen dabei förmlich über die Tasten.

Nach einem Ausflug in die Karibik mit der „Jamaican Rumba“ von Arthur Benjamin folgten die „Spanischen Tänze“ op. 12 von Moritz Moszkowski.

Ein weiterer Höhepunkt waren die „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms, die sehr populär sind. Besonders das Allegro, welches Whitter als „Schlager der Klassik“ bezeichnete.

Gediegene Musik zum Träumen erklang beim „Walzer Nr. 2“ von Dmitri Schostakowitsch. Zum Abschluss folgte der „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan. Das äußerst rasante Spiel, bei dem auch viele Übergriffe nötig sind, begeisterte das Publikum. Mit reichlichem Beifall wurde von den beiden Vollblutmusikerinnen eine Zugabe gefordert, die gab es mit „Amerika!“ aus Leonard Bernsteins „West Side Story“.

Johann Dechant

Foto: J. Dechant

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