Henfenfeld

Sanierung Stützmauer – eine unendliche Geschichte?

HENFENFELD – Die seit langem geplante Sanierung der Stützmauer kommt nicht voran. Zwar gab es eine erneute Ausschreibung mit einem günstigerem Angebot, doch diese Firma hat jetzt Insolvenz angemeldet. Wie schon bei der Anliegerversammlung angekündigt hat der Henfenfelder Gemeinderat die Nutzungsänderung für die Ottensooser Straße 30 in ein Asylantenheim abgelehnt.

Keine gute Nachricht hatte Bürgermeister Markus Gleißenberg zum Auftakt der Juni-Sitzung des Henfenfelder Gemeinderates dabei. Eigentlich hätte die Stützmauer in der Hauptstraße längst saniert werden sollen, doch wegen zu hoher Kosten wurde eine erste Ausschreibung zurückgenommen. Eine erneute Ausschreibung des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) brachte zwar ein deutlich günstigeres Angebot ein, dieses betrug rund 305000 Euro, 100000 Euro weniger als die erste Ausschreibung. Doch nun hat gerade dieser Bieter Insolvenz angemeldet. Für die Gemeinde sei das ärgerlich, so der Bürgermeister. Denn, sollte dieser

durch das Amt für Ländliche Entwicklung nun ausgeschlossen werden, müsse man das Angebot der zweitgünstigsten Firma annehmen, die aber rund 80000 Euro mehr verlangt. Gleißenberg will nun weitere Schritte mit dem Amt für ländliche Entwicklung absprechen.

Auch der Abschluss eines Stromliefervertrages zwischen der Gemeinde und N-Ergie war keine erfreuliche Angelegenheit. Für die Jahre 2024 bis 2026 war ein neuer Vertrag fällig. Bisher bezahlte Henfenfeld für den Strom für die Straßenbeleuchtung 4,94 Cent pro Kilowattstunde, reiner Strompreis ohne Steuern und Netzentgelte.

Jetzt fordert die N-Ergie 14,6 Cent, also fast das Dreifache für 2024. 2025 soll sich der Satz auf 13,4 Cent und 2026 auf 11,6 Cent senken. Eine kürzere Laufzeit als drei Jahre ist leider unmöglich, musste Gleißenberg bekannt geben. Monetär ausgedrückt kostet die Straßenbeleuchtung künftig 19000 Euro im Jahr, bisher waren es 6600 Euro. Nachdem eine Preissenkung nicht zu erwarten ist, musste der Gemeinderat in den sauren Apfel beißen und das Angebot annehmen.

Bei den Bauanträgen musste die Nutzungsänderung Ottensooser Straße 30 behandelt werden. Wie schon bei einer Anliegerversammlung bekannt wurde, soll dieses Gebäude zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden (die HZ berichtete). Bisher als Wohngebäude genutzt soll es künftig als „soziale Einrichtung“ für Asylanten genutzt werden. Bürgermeister Markus Gleißenberg schlug dem Gemeinderat vor, diesen Antrag abzulehnen. SPD/FBB Fraktionssprecher Peter Hader wies darauf hin, dass dieser Beschluss sicherlich vom Landratsamt eingezogen werde, dies war vorab schon in der Anliegerversammlung angekündigt worden. Gleißenberg gab zu, dass er nicht prinzipiell gegen die Nutzung sei, und diese wahrscheinlich rechtlich auch nicht zu verhindern ist, ihn störe nur die hohe Personenanzahl bei der geplanten Unterbringung. Auch aus dem Gemeinderat wurde bei Wortmeldungen klar, dass man die Nutzungsänderung langfristig nicht verhindern könne und wolle, dennoch wolle man ein Zeichen setzen, dass man nicht alles hinnehmen muss. Mit einer Gegenstimme wurde dem Antrag auf Nutzungsänderung das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt.

In der Sitzung gab Gleißenberg bekannt, dass sich Henfenfeld für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ anmelden werde, der für die Jahre 2023 bis 2026 geht.

Weiter erhält die Bahnhofstraße gemeinsam mit den Teerarbeiten „Am Steinfeld“ eine neue Oberdecke.

Johann Dechant

Foto: J. Dechant

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