Henfenfeld

Klavierwerke klassisch und modern

Henfenfeld – Am Pfingstsonntag gibt Denette Whitter auf Schloss Henfenfeld traditionell ein Klavierkonzert. Werke von Mozart, Schubert und Brahms standen dieses Mal auf dem Programm. Als Überraschung gab es Werke des türkischen Komponisten Fazil Say, der 1970 geboren wurde.

Was wäre die Musikgeschichte ohne einen Wolfgang Amadeus Mozart? Dieser prägte die Musikszene in Wien und ist bis heute populär. Whitter spielte aus der Sonate in A-Dur KV 331 zuerst das anmutige Andante grazioso. Das Publikum war tief beeindruckt vom virtuosen Vortrag mit seiner herrlichen Dynamik. Typisch für Mozart sind auch die zahlreichen Übergriffe auf der Tastatur. Erhaben klang das Menuetto, dies war früher ein höfischer Tanz. Aus dem Klavierspiel konnten die Tanzschritte förmlich erahnt werden. Einen ersten Höhepunkt bildete das sehr bekannte Rondo „Alla turca“, quasi ein Muss für jeden Pianisten und auch eine Herausforderung. Der türkische oder osmanische Stil war „in“ in Wien, das zeigte Mozart auch in seiner Oper „Die Entführung aus dem Serail“. Denette Whitter schaffte es, dieses Stück, welches eine Hommage an den damaligen Zeitgeist war in unter drei Minuten zu spielen.

Fazil Say hat sich auf neoklassische Musik spezialisiert. Whitter spielte seine Balladen „Nazim“ und „Kumru“ aus dem Opus 12. Das Besondere an „Nazim“ ist, dass es in a-Moll gespielt wird, ausschließlich auf den weißen Tasten des Klaviers. Dieser Ballade basiert auf einer Erzählung, während „Kumru“ einer Taube gewidmet ist.

Nach der Pause folgte das sehr bekannte „Impromptu in As-Dur“ von Franz Schubert. Whitter begeisterte die zahlreichen Gäste mit triumphalen Klängen und ausgeprägter Dynamik. Sein Adagio D. 178 ist ein gediegenes Stück, in dem der Wandel von der Klassik zum Belcanto deutlich erkennbar war.

Aus der späten Schaffenszeit von Johannes Brahms stammen die Romanze in F-Dur und das Intermezzo in A-Dur Op. 118. Diese Stücke widmete der Komponist Clara Schumann. Unklar bis heute ist, in welchem Verhältnis er mit dieser stand, war es Freundschaft oder Liebe? Zumal beide Werke Sehnsucht und Verlangen ausdrücken.

Als besonderes Schmankerl folgte „Alla turca Jazz“ von Fazil Say. Darin wurden die Noten Mozarts mit Jazz-Elementen durchsetzt, was dem Spiel eine besondere Note gab. Das Publikum würdigte dies mit Bravo-Rufen.

Nach langem Schlussbeifall gab es noch eine Zugabe, mit Schuberts „An die Musik“ fand das Konzert einen grandiosen Abschluss.

In ihrem Schlusswort stellte Denette Whitter besonders heraus, dass allen Gerüchten zum Trotz der Konzertbetrieb auf Schloss Henfenfeld weitergeht. In Kürze wird die Sommerbühne aufgebaut und auch die Silvestergala ist schon geplant.

Johann Dechant

Foto: J. Dechant

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