Flurneuordnung um Henfenfeld wird auf 2021 verschoben

Sitzung des Gemeinderates: Ampelanlage im Ortskern wird versetzt

Hersbrucker Zeitung am 14.02.2019

HENFENFELD – Der Parkplatz auf dem ehemaligen Schienhammer-Areal in Henfenfeld macht Fortschritte. Tobias Köstler vom TEAM 4 hat dazu einen Plan ausgearbeitet. Die Flurneuordnung wird in Henfenfeld wohl so schnell nicht kommen. Nachdem Renate Bauer als Sprecherin der Landwirte über Nachteile informierte, beschloss das Gremium, diese bis mindestens 2021 zu verschieben.

Mit der Dorferneuerung beschäftigte sich der Henfenfelder Gemeinderat auch in seiner Februarsitzung. Bürgermeister Markus Gleißenberg gab bekannt, dass für den Parkplatz an der Kirche, das ehemalige Schienhammer-Areal, es jetzt einen Planungsvorentwurf gibt. Diesen hatte Tobias Köstler vom Planungsbüro TEAM 4 erstellt. Ein wichtiger Kernpunkt ist dabei, dass der gesamte Fußgängerüberweg samt Ampel und Beleuchtung etliche Meter Richtung Norden verschoben wird. Die Abgrenzung des Parkplatzes zur Hauptstraße soll eine 45 Zentimeter hohe Sandsteinmauer bilden. Auf der Südseite ist ein Zaun geplant, der begrünt werden soll. Bürgermeister Markus Gleißenberg stellte dazu fest, dass für die Bepflanzung noch nichts Konkretes geplant sei. Aus dem Gremium wurde angeregt, auf einen Metallzaun zu verzichten und stattdessen einen typisch fränkischen Holzzaun anzubringen.

Das weitere Vorgehen der „Flurneuordnung“ war weiteres Tagesthema. Hierzu gab es am 29. Januar eine Sitzung im Bauausschuss. Um die Sichtlage von Seiten der Landwirtschaft besser beurteilen zu können, erhielt Renate Bauer Gelegenheit, die Meinung der Landwirte vorzustellen. Ihre erste Feststellung war, dass die Flurneuordnung die Flächen reduziert. Denn nur die attraktiven Flächen, die gut erreichbar sind, würden dann genutzt. Sie prangerte auch den Zustand mancher Zufahrtswege an, zumal Zufahrten für große Maschinen erhebliche Kosten verursachen würden. Als einen brisanten Punkt nannte sie die Flächenwünsche des Wasserwirtschaftsamtes im Bereich der Pegnitz und des Hammerbaches. Hier befürchtet sie, dass diese Flächen bei der Flurneuordnung entnommen werden.

Derzeit gibt es in der bestehenden Eigentümerstruktur viele kleine Flurnummern, die schon jetzt zu größeren Bewirtschaftungseinheiten zusammengelegt wurden. Während die Zahl der Landwirte in den vergangenen Jahrzehnten ständig zurückgegangen sei, hätte sich die Anzahl der Grundstückseigentümer, bedingt durch Erbaufteilungen deutlich erhöht. Viele dieser Eigentümer sehen keine Notwendigkeit, am derzeitigen Ist-Zustand etwas zu ändern. Auch die Bestrebungen des Naturschutzes schließen große Feldstücke eigentlich aus, da mehr Hecken und Feldgehölze gefordert werden.

Ein großes Anliegen der heimischen Landwirte sei, so Bauer, die Erzeugung von Lebensmitteln. Sie warnte davor, dass große Flächen kapitalkräftige Wirtschaftsbereiche anziehen, die mit der herkömmlichen Landwirtschaft nichts im Sinn haben.

Ein Zusammenlegen zu großen Flächen verführe auch kleine Grundstückseigentümer, die nicht einmal mehr wissen, wo ihre Grundstücke liegen dazu, möglichst viele Euros für den Boden zu fordern. Zum Abschluss zählte sie verschiedene Verfahren aus der näheren Umgebung auf.

In ihrem Schlusswort brachte sie es auf den Punkt: erst heiraten und wenn es nicht klappt sich scheiden lassen, funktioniere bei der Flurneuordnung nicht!

Das Gremium zeigte sich von den Argumenten sehr beeindruckt. Es wurde klar geäußert, dass es seitens des Gemeinderates kein Bedürfnis zur Durchführung gäbe. Letztlich entschied das Gremium für eine Verschiebung bis in das Jahr 2021.

Johann Dechant

Bild: Links der Parkplatz, rechts die Ampelanlage mit Fußgängerüberweg, die einige Meter nach Norden verlegt wird.