Dorferneuerung prägt mit vielen Baumaßnahmen das Ortsbild von Henfenfeld

Eine neue Schulsporthalle und viele neue Parkplätze

Hersbrucker Zeitung am 26.02.2019

HENFENFELD – Einen Überblick über die vielen Baumaßnahmen in Henfenfeld gab Bürgermeister Markus Gleißenberg bei der Bürgerversammlung. Fast der ganze Ortskern hat sich verändert. Viele der Baumaßnahmen werden heuer zu Ende gebracht. Die Schulsporthalle soll im Juli eingeweiht werden.

Auf großes Interesse stieß die Bürgerversammlung in Henfenfeld – der Wirtshaus-Saal war voll besetzt, auffallend dabei war der hohe Frauenanteil. In seinem vielseitigen Bericht stellte Bürgermeister Markus Gleißenberg vor, was sich alles schon getan hat und was in diesem Jahr noch kommt.

Wichtig ist natürlich das Geld, daher zeigte Gleißenberg die finanzielle Lage der Gemeinde auf. Bei der Einkommensteuer wird ein neuer Höchststand erwartet, fast 1,2 Millionen Euro stehen dort zu Buche. Dafür sprach der Bürgermeister den Bürgern seinen Dank aus, denn nur durch ihren Fleiß war solch ein Ertrag möglich.

Etwas niedriger fallen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer aus, rund 345000 Euro werden daraus erwartet. Bedingt durch die bessere finanzielle Lage der Gemeinde vor zwei Jahren sank auch die Schlüsselzuweisung auf rund 560000 Euro.

Auf der Ausgabenseite wird sich die Kreisumlage deutlich erhöhen, fast 860000 Euro zahlt 2019 die Gemeinde, 130000 Euro mehr als im Vorjahr. Leicht angestiegen ist auch die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft, der Henfenfelder Anteil beträgt hier 350000 Euro. Das Ergebnis von 2018 verzeichnet Haupteinnahmen von rund 2,3 Millionen Euro, dem stehen Hauptausgaben in Höhe von 1,9 Millionen Euro gegenüber.

Als „dickste Brocken“ die bei der Ausgabenseite noch zu Buche schlagen nannte das Gemeindeoberhaupt dabei die Dorferneuerungsmaßnahmen, mit 335000 Euro sowie den Umbau der Schulsporthalle mit 910000 Euro. Zudem fielen im Zuge der Dorferneuerung auch Kanalbaumaßnahmen in Höhe von 86000 Euro an. Fast Peanuts sind der Baukostenzuschuss für die Sanierung der Kirchenmauer mit 20000 Euro.

Aufgrund der günstigen Konditionen wurde ein Kredit in Höhe von 500000 Euro aufgenommen. Damit beträgt der derzeit aktuelle Nettoschuldenstand rund 1,4 Millionen Euro, was einer pro-Kopf-Verschuldung von 754 Euro entspricht. Gleißenberg wies darauf hin, dass sich dieser Betrag bald wieder verringert, da alte teure Kredite auslaufen.

Interessant waren die Zahlen aus dem Schulbereich. Die Henfenfelder Grundschule besuchen derzeit 71 Kinder in vier Klassen, in Offenhausen sind es 81, wobei hier deutlich mehr aus Engelthal kommen. 23 Schüler aus Henfenfeld besuchen die Mittelschule, der größte Teil davon fährt nach Hersbruck.

Die Kindergartenzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert, 108 Kinder sind gerade zwei mehr als 2017. Ein Problem ist derzeit die Unterbringung der 46 Hortkinder. Diese sind derzeit im Gemeindehaus untergebracht, in der ehemaligen Bücherei. Gleißenberg betonte, dass hier eine zukunftsfähige Lösung der Unterbringung, in Form eines Anbaues oder Neubaus, in den nächsten drei Jahren erfolgen muss.

Das Themenpaket „Dorferneuerung“ zeigte der Bürgermeister als nächstes. Die Anbindungsarbeiten an der Mühlbrücke werden im Zuge der Fertigstellung Kirchenstraße voraussichtlich im Juli abgeschlossen. Der Parkplatz auf dem Schienhammerareal befindet sich derzeit in der Entwurfsplanung. Für die damit verbundene Umlegung der Staatsstraße 2404 wurde eine Entwurfsvariante beschlossen und eine Vereinbarung erstellt.

Anhand von Bildern zeigte Gleißenberg die Veränderungen vom Rathausplatz und der Mittelgasse auf. Am nördlichen Teil dieser Straße sollen vier Längsparkplätze hinter dem Brunnen entstehen. In der Kirchenstraße sollen in diesem Jahr sieben neue Parkplätze hinzukommen. Die meisten Abstellplätze bringt die Fertigstellung des Parkplatzes auf dem Schienhammerareal. In der Planung sind hier 18 Parkplätze vorgesehen, davon ein Behindertenparkplatz und einer mir einer Ladestation für Elektro-Autos.

Saniert werden soll auch die östliche Stützmauer an der Hauptstraße, nördlich der Raiffeisenbank und auch der Neubau der Verbindungstreppe Mühlstraße – Hohlweg ist vorgesehen.

Eine wichtige Investition tätigte die Gemeinde, indem sie den Kirchweihplatz erwerben konnte. Gleißenberg zeigte auch den Fortschritt in der Schulsporthalle mit Bildern auf, diese hat sich zu einem Schmuckstück verwandelt, das eigentlich zu versteckt liegt.

Veränderungen gibt es auch am Friedhof, hier liegen nun aktuelle Pläne vor, die eine Baumbestattung im vorderen Bereich, gleich hinter der Aussegnungshalle vorsehen. Ein „Rosengrab“ soll wenige Meter weiter östlich angeboten werden. Im hinteren Teil des Friedhofes entsteht ein Bereich mit Urnenstelen als geschlossene Einheit.

Eine wichtige Nachricht hatte Gleißenberg für die Feuerwehr: Sie bekommt ihr neues Löschfahrzeug heuer im Dezember. Dieses ersetzt das fast 30 Jahre alte Fahrzeug für das es kaum noch Ersatzteile gibt.

Im zweiten Teil der Zusammenkunft, bei den Anregungen und Wünschen der Bürger wurde angefragt, warum bei der Verschiebung der Flurneuordnung die Grundstückseigentümer nicht einbezogen wurden. Der Bürgermeister begründete dies mit den vielen Baustellen im Dorf und wies darauf hin, dass es 2021 eine Versammlung aller Eigentümer geben soll.

Ein Dauerbrenner in den Bürgerversammlungen ist der Autoverkehr. In diesem Jahr waren es parkende Autos, die im schmalen Bereich der Kirchenstraße zwischen Hauptstraße und Mittelgasse den Verkehr behindern.

Auch ein völlig neues Problem gibt es nun in Henfenfeld: Das neu verlegte Pflaster kann im Winter gefährlich glatt sein. Hierfür wird geprüft, ob man künftig ein salzfreies Streumittel zum Einsatz kommen lassen kann.

Johann Dechant

 

Vorläufige Planungsskizze vom Amt für ländliche Entwicklung zum Ausbau des Parkplatzes an der Kirche