Henfenfeld

Sitzung des Wasserzweckverbandes Hammerbachtal: Maroder Brunnen

Hersbrucker Zeitung am 02.01.2021

HENFENFELD – Bei der Jahresschlusssitzung des Wasserzweckverbandes Hammerbachtal wurde der Haushalt 2021 verabschiedet. Ein „Erbe“ aus den 70er-Jahren sorgt für Probleme: Der Rückbau oder die Sanierung des Brunnens, der ursprünglich die Frankenalbklinik versorgen sollte.

Zur Jahresschlusssitzung begrüßte der Henfenfelder Bürgermeister Markus Gleißenberg, zugleich Vorsitzender des Verbandes, in der Henfenfelder Schulsporthalle die Verbandsräte aus dem Hammerbachtal, aus Altdorf und der beteiligten Gemeinde Berg aus der Oberpfalz.

Kämmerin Elke Thiel stellte den Haushalt für 2021 vor. Im Verwaltungshaushalt beträgt dieser 683 181 Euro und im Vermögenshaushalt, deutlich niedriger als im Vorjahr, 177 595 Euro. Die Kämmerin gab bekannt, dass es nur geringe Veränderungen zum Vorjahr gab. Seit Juli fällt für die Wassergebühr der Corona-bedingt ermäßigte Mehrwertsteuersatz von fünf Prozent an, dieser wird für die Abrechnung der Wassergebühren 2019/20, vom 01. Oktober 2019 bis 30. September 2020 angewendet.

Bei den Einnahmen macht sich der Anstieg von 1,40 auf 1,60 Euro pro Kubikmeter Wasser erstmals bemerkbar. Mit rund 457 000 Euro übertrifft er den Ansatz des Vorjahres um rund 57 000 Euro. Die Erhöhung war den gestiegenen Ausgaben geschuldet, auch hier verzeichnet die Bilanz deutlich höhere Zahlen. Für die Sanierung von drei Druckstoßausgleichsbehältern sind 20 000 Euro vorgesehen. Nachholbedarf gibt es auch beim Austausch von Wasserzählern, der Pandemiebedingt verschoben werden musste und mit rund 12 000 Euro zu Buche schlägt.

Zum Vermögenshaushalt wurden rund 50 000 Euro überführt. Bei diesem mussten im Gegensatz zum Vorjahr deutlich niedrigere Zahlen angesetzt werden, dennoch betragen die Ausgaben 150 000 Euro. Thiel nannte dazu die notwendigen Investitionen und die Umsetzung von Sicherheitsvorschriften. Ein neuer Kredit zu günstigen Konditionen in Höhe von 150 000 Euro wurde im Mai 2020 aufgenommen. Zugleich wird eine Geldaufnahme aus 2014 bis spätestens 2024 völlig getilgt sein. Dem Verband stehen Rücklagen in Höhe von rund 100 000 Euro zur Verfügung, „große Sprünge“ sind laut Kämmerin hier nicht möglich.

Als nächster Punkt stand die örtliche Prüfung der Jahresrechnung für 2019 an. Der Rechnungsprüfungsausschuss fand darin keine relevanten Beanstandungen, weshalb die Versammlung den Bericht zur Kenntnis nahm und einstimmig Entlastung erteilte.

Als eine Art Damoklesschwert zeigte sich der Sachstandsbericht zum Rückbau des Brunnens „Frankenalb“. Dieser wurde vom Bezirk zwischen Henfenfeld und Engelthal für die dortige Klinik gebaut. Als man feststellte, dass dieser wegen zu geringer Wasserentnahme nicht lukrativ war, übergab der Bezirk den Brunnen in den 70er Jahren an den Wasserzweckverband. Dieser nahm die Einrichtung jedoch nie in Betrieb. Nach-dem dieser über die Jahrzehnte marode wurde, forderte das Wasserwirtschaftsamt einen Rückbau. Vorsitzender Gleißenberg nannte dafür die Kosten „500 000 Euro plus X“, also für den Verband nicht finanzierbar. Verschiedene Möglichkeiten wurden in Erwägung gezogen, die alle scheiterten. „Fördergelder gibt es dafür nicht“, stellte der Vorsitzende fest.

Eine neuerliche Inbetriebnahme wäre ebenfalls unrentabel, da die Sanierung kostenmäßig einem Neubau gleichkommt. Deshalb sucht man weiterhin nach einer kostengünstigen Lösung.

Nachdem Wasserwart Bernd Kischkel über gravierende Arbeiten im vergangenen Jahr berichtet hatte, plädierte der Ottensooser Bürgermeister Klaus Falk dafür, dass seine Gemeinde als reguläres Mitglied dem Zweckverband beitreten solle.

Johann Dechant

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