Henfenfeld

Gemeinde muss neuen Träger für den Kindergarten finden

Bürgerversammlung: Schuldenstand sinkt, drohen bald hohe Ausgaben?

Hersbrucker Zeitung am 06.08.2022

HENFENFELD – Mit der derzeitigen Finanzlage ist Bürgermeister Markus Gleißenberg zufrieden, doch sieht er hohe Kosten auf die Gemeinde zukommen. Die Kinderkrippenplätze reichen nicht mehr aus, zudem muss ein neuer Träger gefunden werden.

In der AWO-Begegnungsstätte begrüßte Bürgermeister Markus Gleißenberg zahlreiche Bürger und Bürgerinnen zur Bürgerversammlung für das Jahr 2021. Recht zufrieden zeigte er sich beim Aufzeigen der Einnahmen. Die Einkommensteuer hat mit rund 1220000 Euro einen neuen Höchststand erreicht. Ein Allzeithoch stellte er bei der Gewerbesteuer mit rund 556000 Euro fest. Die Schlüsselzuweisung fiel niedriger aus, bedingt durch die Einnahmen aus dem Jahr 2019 waren dies nun rund 594000 Euro.

Auf der anderen Seite erreichte die Kreisumlage einen neuen Höchststand, rund 883000 überwies hier die Gemeinde an den Landkreis, Tendenz steigend. Bei der Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft zahlt Henfenfeld einen Anteil von 40 Prozent, gemessen an dem Bevölkerungsanteil, dieser betrug rund 382000 Euro. Bei den Hauptausgaben war ersichtlich, dass für die Schuldentilgung rund 180000 Euro angesetzt werden konnten. Die Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben zeigten einen Spielraum von 460000 Euro auf, über den die Gemeinde verfügen kann.

Als Straßenausbaupauschale hat die Gemeinde knapp 15700 Euro erhalten, damit, so der Bürgermeister, könne man nicht viel sanieren. Gern gesehenes Geld ist der Investitionszuschuss vom Freistaat Bayern, die erhaltenen 126500 Euro braucht Henfenfeld für seine Pflichtausgaben. Die Pro-Kopf-Verschuldung sank nun auf 786 Euro, der Landesdurchschnitt liegt hier bei 617 Euro. Gleißenberg äußerte die Hoffnung das die Verschuldung weiter sinkt, „wenn nichts dazwischen kommt“.

Die vier Klassen der Henfenfelder Grundschule werden von 67 Schülern besucht, 55 davon kommen aus Henfenfeld. In den Mittelschulen werden 16 Jugendliche aus dem Ort unterrichtet. Gleißenberg erklärte, dass die Finanzierung von Grund- und Mittelschule Angelegenheit der Kommune ist, wogegen Realschule und Gymnasium vom Landkreis finanziert werden.

Die Kinderzahl in den Kindergärten steigt weiterhin an, dies ist im ganzen Hammerbachtal eine erfreuliche Entwicklung, erklärte der Bürgermeister. Ein großes Problem stellen die Unterbringung in der Kinderkrippe und vor allem im Hort dar. Für Hortkinder soll es ab 2026 einen Rechtsanspruch auf einen Platz geben. Bedauerlich für die Gemeinde ist es, dass der Diakonieverein die Trägerschaft mündlich gekündigt hat. Gleißenberg zeigte dafür Verständnis.

Mit möglichen neuen Trägern hat man daher bereits Kontakt aufgenommen.

Die Dorferneuerungsmaßnahmen haben Fortschritte gemacht, allerdings musste die Sanierung der Stützmauer an der Hauptstraße zurückgestellt werden. Statt den geplanten 168000 Euro sollte diese nun 378000 Euro kosten, eine Vergabe an heimischen Firmen scheiterte, da die Auftragsbücher voll sind. Dadurch verschieben sich auch die Folgeprojekte wie beispielsweise der Festplatz nach hinten.

Zum Neubaugebiet Rohäcker III konnte der Bürgermeister mitteilen, dass hier der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Der vorgestellte Bauplan eines Pflegeheimes und Betreutes Wohnen auf dem hinteren Schlossareal wird sich deutlich ändern. Eine hohe Bebauung würde wegen der Sicht auf das Schloss auch durch die Denkmalbehörde abgelehnt. Hierzu erklärte er, dass hier die Gemeinde erst am Anfang eines langen Weges stehe.

Nachdem in der Schulsporthalle ukrainische Flüchtlinge untergebracht wurden, dankte Gleißenberg den Helfern im Ort für ihre vorbildliche Hilfe. Dank sprach er auch dem Sportverein für die Überlassung des Sportheimes aus.

Bei den statistischen Zahlen zeigte sich das Gemeindeoberhaupt enttäuscht darüber, dass Henfenfeld unter die 1800-Einwohner-Marke gerutscht ist, es sind nur noch 1781 Einwohner vorhanden, die Anzahl der Zweitwohnsitze stieg auf 94 an.

Zum Abschluss warb Gleißenberg für die Fahrt in die ungarische Gemeinde Taksony vom 22. bis 25. September. Eine rege Beteiligung soll die Partnerschaft neu beleben.

Danach hatten die Zuhörer die Möglichkeit Fragen, Wünsche und Anregungen zu stellen. Aufgrund der sinkenden Einwohnerzahl wurde die Forderung gestellt, beim Neubaugebiet Rohäcker III Gas zu geben. Eine Anfrage kam zum Impfbus, der seit einiger Zeit regelmäßig am Bahnhof steht hier wurde angefragt, wie lange dieser kommen wird.

Zum Abschluss wünschte der Bürgermeister, dass eine bessere Zeit kommen werde – ohne Pandemie und Krieg.   Johann Dechant

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